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Stefanie Seufert
25. April bis 13. Juni, 2009

Eröffnung
Freitag, 24. April, 19-22Uhr

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Baumspitzen erscheinen isoliert vor neutral-weissem Hintergrund. Sterne schreiben gerade Lichtlinien auf schwarzem Grund. Ein hand-geflochtener Korb bildet ein räumliches Paradox. Girlanden reflektieren eine Umgebung, die man nicht sieht.

Stefanie Seufert dokumentiert Bäume, Objekte, die Bewegungen von Sternen. Für ihre analogen Fotografien nutzt sie eine Grossformatkamera, die für bestechende Detailgenauigkeit sorgt. Alltägliches betrachtet sie mit klarem Blick. Die Kompositionen sind klassisch. Umgebungsdetails werden vermieden.

Das Abgebildete steht ohne Zusammenhang oder erklärenden Hinweis gelöst für sich. So entwickeln die Arbeiten über das Dokumentarische hinaus ein Eigenleben, das über rein faktisches Sehen und Begreifen hinausgeht. Stefanie Seufert hat sich einen Rahmen gesteckt, in dem sie schaut und fragt, aber nichts erzwingt. Sie eröffnet sich Assoziations-Spielräume, wo andere die Wirklichkeit längst abgehandelt sehen.

Die Szenerien entstammen oft der unmittelbaren Umgebung, während die Gegenstände bevorzugt aus dem sogenannten Billigsegment kommen. Den Gegenständen sieht man ihre Herkunft jedoch kaum an. Sie werden mit einfachen Mitteln so in Szene gesetzt, dass sich ihre Materialität nicht klar erschliesst. Die Art der Darstellung evoziert einen Mehrwert. Die Gegenstände wirken edel, aufgewertet, der Zeit enthoben.

Meist fotografiert Seufert ihre Sujets in Serie. Es entstehen Typologien, die suggerieren, dass ein Bildgegenstand bereits durch seine spezifische Ausprägung verstanden werden kann. Seuferts Arbeiten erfordern jedoch immer einen zweiten oder dritten Blick. Erst dann formt der Betrachter Assoziationen, die über das Phänomenologische hinausgehen. Es beginnt ein Wechselspiel zwischen abgebildeter Realität und Assoziation.